Kolumne: Digitale Verwaltung - Die Krise als Chance

< Zurück

Krisen und andere globale Einflüsse haben in der Geschichte der Menschheit schon immer zu einer Veränderung der Gesellschaft geführt.

So tragisch die Corona Pandemie für viele Menschen, die Wirtschaft und das öffentliche Leben ist, so wohnt einem solchen Ereignis auch stets eine Chance inne.  Eine Chance, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, Routinen neu zu denken.

Im Bereich der allgemeinen Digitalisierung von neu zu sprechen würde der aktuellen Situation aber keinesfalls Rechnung tragen. Digitalisierung ist schon seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. So erstreckt sie sich auf die Nutzung Digitaler Inhalte und Medien, das digitale Arbeiten im Beruf, die Kommunikation untereinander, das Einkaufen, das Lernen und die Informationsgewinnung.

Auch der Staat und die Verwaltung sollte sich dies endlich konsequenter nutzen und den Bürger umfangreich und transparent informieren. So forderte die FDP bereits im Mai 2017 von der Ahrensburger Verwaltung ein Konzept für ein digitales Rathaus – passiert bis bisher nicht viel.

Eine digitale Verwaltung ist ein Service für den Bürger und diesem Umstand solche Rechnung getragen werden. Gerade in kleineren Kommunen sind die Möglichkeiten in der Umsetzung mannigfaltig und enden nicht bei einer online Terminvergabe oder dem Download von Dokumenten. Digitalisierung ist auch eine Art der Barrierefreiheit nicht nur für ältere Mitbürger und Kranke. Auch Berufstätige und viele weitere Bürger werden es zu schätzen wissen nicht für jeden Verwaltungsakt und jedes Dokument den Weg zum Rathaus antreten zu müssen. Dies bedeutet nicht nur mehr Zeit und weniger Aufwand für den Bürger, sondern spart der Verwaltung auch Ressourcen bei der Bearbeitung. So werden ebenfalls  Budgets und Arbeitszeiten frei, welche für andere Projekte dringend gebraucht werden – gerade in Zeiten wie diesen. Dass die Verwaltung in der Corona-Hochphase Wochen benötigte um einen halbwegs geregelten Arbeitsablauf zu gewährleisten spricht Bände.

Im Rahmen des E-Goverment Gesetzes und des Informationsfreiheitsgesetztes müssen die genannten Voraussetzungen perspektivisch sowieso erfüllt werden, es ist also höchste Zeit sich von der digitalen Steinzeit vor der Entdeckung des Feuers zu verabschieden.

Eine Digitalisierung der Verwaltung soll diese in Ihrer alten Form nicht zu Gänze ersetzten, sondern sie lediglich ergänzen und verbessern.  In vielen Ländern der Welt wird dies bereits erfolgreich umgesetzt. Estland ist hier als besonders positives Beispiel zu nennen. So ist es für den Bürger möglich sämtliche Dienstleistungen wie Steuerthemen und Gesundheitsinformationen bis hin zur Gründung von Unternehmen online vorzunehmen, die Wirtschaft und das öffentliche Leben dankt es.

Bei all den Ideen und Möglichkeiten sei aber noch die Verantwortung erwähnt die damit einhergeht, die Anhäufung von großen Datenmengen und die Erhebung sensibler Informationen stellt auch immer hohe Ansprüche an die Datensicherheit. Es muss also wohl überlegt und fachlich sauber umgesetzt werden um das Vertrauen des Bürgers erhalten. 

E-Government sollte im Grunde schon lange die Gegenwart sein, mit dem Anspruch, dem Bürger sein tägliches Leben so einfach wie möglich zu machen. Da in der Vergangenheit aber die Zukunft ignoriert wurde - ist spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen damit zu beginnen. Die FDP forciert eine entsprechende Umsetzung – für ein zeitgemäßes Ahrensburg.


Daniel Jutrosinski
FDP Ahrensburg